Der Augenblick des Hier und Jetzt

Conny und ich stapfen durch den kniehohen Schnee auf dem Stubnerkogel. Es ist ein warmer Septembertag und doch konnte die Sonne den Schnee der letzten Tage noch nicht wegschmelzen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auf dem Eis oder glatten Steinen ausrutschen. Schritt für Schritt geht es voran. Ab und zu halten wir an und richten den Blick auf das Gasteinertal und das Gipfelpanorama um uns herum. Man kann diese Aussicht nicht in Worte fassen und auch ein Foto fängt das Gefühl nicht ein. Trotzdem versuchen wir es mit der Kamera immer wieder. Wandern kann einem genausoviel lehren wie die Praxis auf der Yoga-Matte…

In diesem Fall lernen wir beim Wandern, jeden Moment aufzunehmen, so wie er ist. Wir lernen, gelegentlich anzuhalten und all die Herrlichkeit um uns herum mit allen Sinnen zu sehen. So sehr man sich auch bemüht, man kann sie nicht für einen späteren Zeitpunkt auf einem Foto einzufangen.

Die Wanderung auf dem Stubnerkogel zeigt Conny und mir, dass es mehr gibt, als das, was wir sehen können. Wenn wir einen Berg besteigen, Schritt für Schritt, mit Mühe und Muskelkraft die Höhenmeter überwinden, klingt etwas anderes in jedem Ausblick mit, als wenn wir nur mit der Gondel hochfahren wären.

Der Moment des Hier und Jetzt ist ein Zusammenspiel aus unterschiedlichsten, feinteiligen Aspekten. Alles wirkt zusammen hin auf diesen Eindruck und schon ist er auch wieder vorbei. Man muss den Moment erleben, um ihn zu verstehen. Was man auf einem Foto sieht, ist höchstens eine verblasste Erinnerung eines Gefühls.

Mit jedem Mal, das wir das Panorama der Berggipfel geniessen, finden wir auch mehr Achtsamkeit in jedem Schritt den wir machen. Es verschärft sich nicht nur die Sensibilität für die Weite und die frische Luft, auch für den Felsen und den Schnee unter unseren Füßen.

Wir machen trotzdem Fotos. Und vergleichen das, was wir auf dem Display sehen, mit dem, was sich vor uns in seiner ganzen Herrlichkeit präsentiert. Aber… es ist nicht das gleiche. Also stecken wir die Kameras wieder in die Tasche und schauen einfach. Schauen auf die Gipfel, das Tal, das Licht und den Zauber der allem innewohnt.

2018 wird es wieder Retreats mit Clemens geben, bei denen es um Achtsamkeit, Genuss und Erfahrung geht. Termine folgen demnächst.

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  1. […] verbinde ich so mit den Wanderungen im Gasteinertal, wie den Ausblicken ins Tal und der frischen Luft in der Nase. Ein tiefer Atemzug […]

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