Pläne für das neue Jahr: Ishvarapranidhana

Zum neuen Jahr dreht sich alles um das Ende und den Anfang. Das Ende des vergangenen Jahres, das ablegen der alten Geister, das zurücklassen unglücklicher und glücklicher Momente. Gleichzeitig bedeutet der Jahreswechsel den Anfang des neuen Jahres, gefüllt mit Motivation, Zuversicht und Hoffnung. Wir schmieden Pläne, stricken gute Vorsätze und glauben, dass alles besser wird.

In der Bhagavad Gita heißt es

„Ich (Arjuna) sehe dich (Krishna) überall, ohne Anfang, Mitte oder Ende. Du bist der Gott der Kreation, und der Kosmos ist dein Körper.“ Kap. 11, 16

Es schwingt im Jahreswechsel mit – ein Wissen, dass etwas immer gleich bleibt. Je öfter man das Spiel mitgemacht hat, je älter man wird, desto klarer ist, dass der Jahreswechsel eine Nacht wie jede andere ist. Es wird nicht besser und es wird nicht schlechter. Es kommt einfach, was kommt. Vielleicht ist es Resignation. Vielleicht ist es göttliche Klarheit. Im Pläne schmieden, im Umgang mit dem Jahreswechsel kommt es allein darauf an, was wir daraus machen.

inhale exhale

Es ist gut, ab und zu einen frischen Blick auf die Dinge zu werfen, Altes sterben zu lassen und hoffnungsvoll neue Ideen zu überlegen. Und doch sollten wir dabei sehen, dass es alles nur Teil des göttlichen Spiels ist, welches alles durchzieht. Und dass darunter etwas Größeres liegt.

Zum neuen Jahr, beim Pläne schmieden, hilft es, sich dies bewusst zu machen. Ja, wir sollen, müssen mit dieser Welt interagieren. Aber keine Aktion ist ohne Fehler. Über die Ergebnisse haben wir keine Kontrolle. Krishna fordert Arjuna auf, aus Hingabe zu ihm, dem göttlichen zu handeln. Nur ohne egoistische Anhaftung erlangt man Freiheit von den eigenen Handlungen.

Finde in jedem Loslassen, in allem Pläne-Schmieden für das neue Jahr auch einen Funken Hingabe. Ishvara Pranidhana: Ergebenheit zu Krishna. Sehe in allem Veränderlichen den Funken des Dauerhaften, im Vergänglichen das Augenzwinkern des Ewigen.
Und alles wird gut.

 

Was würden Sie tun, wenn Sie das 
neue Jahr regieren könnten?
Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich
Die ersten Nächte schlaflos verbringen
Und darauf tagelang ängstlich und kleinlich
Ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen.
Dann – hoffentlich – aber laut lachen
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934)