Lasst uns träumen!

Bad Gastein läd zum Träumen ein. Für den einen sind es die leeren Gebäude, die nur darauf warten, wieder zum Leben erweckt zu werden oder die Vorstellung anregen, wie es hier wohl zu anderen Zeiten ausgesehen haben mag. Für den anderen sind es die Berggipfel, die erklommen werden möchten oder wie Kaiser Wilhelm wohl die Promenade entlang flaniert ist. Bei diesen Träumen geht es mehr um das Tagträumen, die Vorstellung der Dinge wie sie sein könnten. Man sitzt auf dem Sonnendeck des Miramonte und die Gedanken wandern einfach los. Aber auch nachts läd Bad Gastein in andere Welten ein.

In den Yoga Sutren wird das Träumen nur einmal erwähnt – nämlich in Sutra 1.38…

स्वप्ननिद्रा ज्ञानाअलम्बनम् वा ॥३८॥

svapna-nidrā jñāna-ālambanam vā ॥38॥

– Oder durch Erkenntniss, die aus einem Traum im Schlaf entsteht. ||38||

Träumen hilft, die Dinge besser zu verstehen, weil man sich vorstellt, wie die Dinge noch sein könnten. Im Tagtraum können wir dies bewußt beeinflussen. Aber sogar ein Tagtraum macht sich manchmal selbständig und erst, wenn unsere Begleitung mit dem Finger schnippt, sind wir wieder da, in der Welt.

Tagträume

Mit Träumen spielen wir gedanklich Situationen und Möglichkeiten durch. Dies kann man zur einfachen Unterhaltung, aber auch zur Inspiration machen. Der lieben Bettina ging es sicher so mit Wally Gastein. „Wie wäre es, hier ein Geschäft zu eröffnen? Wie könnte das aussehen?“ Man stellt es sich erst vor dem inneren Auge vor, bevor man es umsetzt.

Träumen im Schlaf

Aber auch das Träumen im Schlaf kann uns neue Erkenntnisse und Einsichten bringen. In Träumen verarbeiten wir Eindrücke und Erlebnisse, ohne, dass der Verstand zensiert. Das ist manchmal wirr und missverständlich, aber es kann so eben auch neue Perspektiven eröffnen.

Träume im Yoga

Im Yoga wird zwischen fünf Inhalten von Träumen unterschieden: 1) unerfüllte Wünsche, 2) Träume über die Vergangenheit, 3) intuitive Träume, was in der Zukunft passieren könnte, 4) ein Mischung aus den ersten drei und 5) Träume, die durch den Ort beeinflusst werden. Dies stimmt mit der Forschung insofern überein, als dass wir in Träumen Erlebtes aufarbeiten. Schlafträume sind eine Möglichkeit mit Emotionen und Erfahrungen umzugehen und nicht umsonst sagt man bei manch anstehenden Entscheidungen doch, man müsse „darüber schlafen“.

Wenn wir Träume reflektieren und versuchen zu deuten, können wir neue Ansätze und ein neues Verständnis von Situationen finden. Darum geht es so oft im Yoga: nicht starrsinnig werden, sondern offen bleiben für Erkenntnis, Inspiration zu suchen.

Traum und Meditation

Die Erkenntnis aus Träumen kann durch Meditation intensiviert werden. Vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufwachen über den Schlaf oder einen Traum zu meditieren, bringt neue Einsichten und Erkenntnisse. Außerdem kann Meditation den Schlaf oder das Träumen vertiefen.

Lasst uns träumen!

Also: Lasst uns träumen! Wild und verwegen. Ruhig und sanft. Verwirrend und inspirierend. Kuschel Dich ein, in den Zirbenbetten von Bad Gastein und träume!