Pranayama – es ist alles in der Atmung

Eine der einfachsten Möglichkeiten Yoga auszuüben, überall und jederzeit, ist die Atmung. Sie ist ständig da, greifbar, präsent und doch atmen wir selten ganz bewußt. Was steckt hinter dem, was im Yoga Pranayama genannt wird?

“The quality of our breath expresses our inner feelings.”
― T.K.V. Desikachar

Über die Atmung kannst Du Dir jederzeit Deinen inneren Gemütszustand verdeutlichen. Sind wir gestresst, atmen wir flach. Sind wir erschrocken oder extrem fokussiert, halten wir die Luft an. Sind wir entspannt, atmen wir ruhig und gleichmässig.

Indem wir unsere Atmung beobachten, können wir uns jederzeit in den gegenwärtigen Moment und zu uns selbst bringen. Wer kennt nicht den Moment, wo wir uns unserer Situation mit einem Mal bewußt werden und impulsiv einmal tief ein- und ausatmen? Um uns zurück zur Mitte, zurück in die Achtsamkeit zu bringen.

Es ist alles in der Atmung

Krichnamacharya soll gesagt haben „Es ist alles in der Atmung.“ Einige Yoga-Lehrer haben diese Aussage aus meiner Sicht missverstanden, weil sie versuchten, die Atmung zu nutzen, um Asanas besser auszuführen. Dabei braucht es die Asana gar nicht. Denn es ist alles in der Atmung selbst: Das Gegensätzliche, das Beständige und das Wechselbare, das Ausdehnen und das Zusammenziehen, das Zentrieren und das Weiten, das Schwerelose, die Pause und die Fortsetzung… Alles, was Du in der Welt beobachten kannst, kannst Du auch in der Atmung wiederfinden.

Atmung erleben

Wie auch in Asanas erwarten wir am Anfang zu viel von der Atmung. Viele, die ins Pranayama einsteigen wollen, zwingen ihre Atmung in Bereiche, für die sie nicht vorbereitet sind, atmen tiefer, als notwendig, halten die Luft länger, als es angenehm ist. Um Atmung zu erleben, reicht es aus, die Atmung erstmal nur zu beobachten.

Probiere folgendes aus: Finde einen bequemen, aufrechten Sitz und beobachte die unterschiedlichen Aspekte Deiner Atmung – ohne Zwang, ohne Erwartung…

  • Wo fliesst die Atmung hin? Eher in die Vorderseite des Körpers oder mehr in den Rücken oder die seitlichen Rippen?
  • Kannst Du innerlich „die Wirbelsäule entlang“ atmen? Also, die Atmung nach unten Richtung Becken schicken oder in die oberen Enden der Lunge atmen? Die Lunge reicht oben bis kurz über die Schlüsselbeine! Wie fühlt es sich an, wenn Du in diese Bereiche atmest?
  • Welche Qualität hat Deine Atmung? Wie würdest Du sie beschreiben? Wo ist die Grenze zwischen ‚automatischer‘ und ‚geführter‘ Atmung? Sobald wir die Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken, ist es schwierig sie frei fliessen zu lassen. Versuche diese Grenze zwischen steuern und nicht-steuern zu halten und zu beobachten.
  • Wie gleichmässig ist Deine Atmung? Beobachte die Länge der Ein- und Ausatmung indem du zählst. Passe aber nicht die Atmung dem Zählen an, sondern nutze nur das Zählen als Orientierung. Also zwinge Dich zum Beispiel nicht, auf 5 einzuatmen, sondern schau einfach, wie lang Deine Einatmung auf natürliche Art ist.

Dieses Bewusstsein kannst Du überall und jederzeit in Deine Atmung bringen. Im Büro am Schreibtisch, zwischen Terminen und auch während Du in Bad Gastein auf dem Sonnendeck den Ausblick genießt. Besonders in stressigen oder angespannten Situationen hilft es, sich kurz auf die Atmung zu konzentrieren, um Bewusstsein in den Moment zu bringen und Anspannung zu lösen.

Ich unterrichte im September 2017 wieder ein Yoga Retreat im Hotel Miramonte. Auch in dieser Zeit werden wir die Atmung genau beobachten und ich zeige Euch, wie man alles mit der Atmung verbinden kann.

Das Retreat geht vom 17.-24.9., aber die Teilnahmedauer ist in dieser Zeit frei wählbar. Du kannst also auch nur 3-4 Tage dazukommen. Während dem Retreat steht mit Bewegung, Atmung, aber auch Genuss das intensive Erleben im Mittelpunkt. Highlights sind neben den Yoga-Einheiten zum Beispiel auch ein Schokoladen- und ein Rum-Tasting. Es geht darum, alles mit etwas mehr Fokus und Klarheit zu erleben.

Weitere Infos: www.clemensfrede.com/auszeit

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